In Biedenkopf, im Tale, da steht ein altes Haus,
am Eingang steht geschrieben: hier Wand'rer ruhe aus –
so mancher geht vorüber und nimmt es nicht in Acht,
dass jede Viertelstunde sein Leben kürzer macht.
Dort wo im grünen Tale die Lahn, die stolze, fließt,
und uns vom schönen Schlossberg die Burg hernieder grüßt,
wo frohe Menschen wandern über Berge, Tal und Höh'n,
o Biedenkopf, du Heimat, wie bist du doch so schön.
Solange noch im Schlossberg die alten Eichen stehn
und wir bei unserem Grenzgang durch Tal und Wälder ziehn,
geh' Bürger nicht vorüber und nimm es stets in acht,
daß jede Viertelstunde dein Leben kürzer macht.
Und wenn nach sieben Jahren vom Schloss der Böller knallt,
dann ziehen wir geschlossen wieder in unseren Wald,
und viele vor uns schritten schon diese Grenzen ab,
hoch lebe stets die Eintracht „der alten Oberstadt".
Aus Traum und Nacht, da ist unser Grenzgang erwacht.
Das Städtchen grüßt und ein Zauber es umschließt.
Zum Festtagsglanz, bei Spiel und Tanz,
da singen Oma, Opa, Liesel und der Hans:
Refrain
Wenn der Grenzgang ausmarschiert von dem Oberst stolz geführt,
wenn der Mohr sich in den Straßen mit dem Säbel präsentiert,
und die Musik fällt ein, was kann wohl schöner sein
als ein Grenzgang in dem fröhlichen Waldverein. Jawohl!
Und Jung und Alt, sie wandern gemeinsam zum Wald.
Im Tal, auf Höh'n gibts ein freudig Wiederseh'n.
Beim Grenzbegang, im Heimatklang,
da singen Oma, Opa . . .
Wenn Zeit vergeht, der Grenzgang doch nimmer verweht,
nach sieben Jahr' strahlt er festlich wunderbar.
Das ist bekannt im Hinterland,
da singen Oma, Opa . . .
Grenzgang ist es wieder, und es geht hinaus zum grünen Wald,
alle singen frohe Lieder, und es freut sich jung und alt.
Sieben Jahre sind vergangen, wenn vom Schloss der Böller kracht,
die Ziege wird verkauft, der Mohr wird schwarz gemacht.
Alles ruft „Da Waald ess insa" wie es bei den Vätern war,
was als Erbe wir erhalten, sei uns heilig immerdar.
Peitschen knallen, Säbel rasseln und vom Schloss der Böller kracht,
die Ziege wird verkauft, der Mohr wird schwarz gemacht.
Hasenhardt und Thälchenstriesch,
jeden Morgen geht es frisch
mit Musik über die Grenze, und der Mohr geht vorne an.
Dort beginnt ein frohes Treiben,
Würstchen, Freibier einverleiben.
Die Fahnen fliegen hoch im Morgenwind.
Hügeliges Triesch am dritten Tag,
wie man sich dort freuen mag.
Schluss ist an der Erlenmühle – denn dort steht der letzte Stein.
Und der Oberst hält 'ne Rede,
mahnt zu treuer Heimatliebe,
„Oh Biedenkopf, wo kanns nur schöner sein!"
Ist das schöne Fest verklungen,
wird noch lang nicht Schluss gemacht.
Manches schöne Lied gesungen, manches Mädel angelacht.
Hasenlauf und Dappesboden, Lippershardt und Lebhaftsplatz,
die Ziege wird verkauft, der Mohr wird weiß gemacht.
So mancher geht vorüber und nimmt es nicht in acht,
dass jede Viertelstunde sein Leben kürzer macht.
Wer weiß, ob noch ein Grenzgang Dir wird beschieden sein,
drum lasset uns geloben
„IN EWIGKEIT DIE GRENZE UND DER STEIN".
In Biedenkopf der Grenzgang geht, sieben Jahre, die sind verweht.
Es kommt ein Stück Vergangenheit zurück zu uns, in uns're Zeit.
Wir rufen all: Grenzgang mit dir! Fest der Freundschaft, treu bleiben wir!
Wir wandern heut' der Grenz' entlang, hört ihr Bürger den Peitschenklang?
Seht ihr den Mohr mit seinem Tanz, das ist für uns kein Firlefanz.
Wir rufen all: Grenzgang mit dir! Fest der Freundschaft, treu bleiben wir!
So ziehen wir durch Wald und Flur, schöne Heimat, Mutter Natur.
Geht auch vorbei die Zeit, das Glück, wir denken oft daran zurück.
Wir rufen all: Grenzgang mit dir! Fest der Freundschaft, treu bleiben wir!
Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus.
Da bleibe wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus.
Wie die Wolken dort wandern am himmlischen Zelt,
so steht auch mir der Sinn in die weite, weite Welt.
Herr Vater, Frau Mutter, dass Gott euch behüt'!
Wer weiß, wo in der Ferne mein Glück mir noch blüht.
Es gibt so manche Straße, da nimmer ich marschiert;
es gibt so manchen Wein, den nimmer ich probiert.
Auf, auf zum fröhlichen Jagen, auf in die grüne Heid!
Es fängt schon an zu tagen, es ist die schönste Zeit.
Die Vögel in den Wäldern sind schon vom Schlaf erwacht
und haben auf den Feldern das Morgenlied vollbracht.
Tridi hejo, dihejo, dihedi, hedio, tridio, hejo dihejo, ditridi o, tridio!
Frühmorgens, als der Jäger im grünen Wald ankam,
da sah er mit Vergnügen das schöne Wildbret an.
Die Gamslein, Paar um Paare, sie kommen von weither,
die Rehe und das Hirschlein, das schöne Wildbret schwer.
Tridi hejo . . .
Das edle Jägerleben vergnüget meine Brust,
dem Wilde nachzustreben, ist meine größte Lust.
Wir laden uns're Büchsen mit Pulver und mit Blei,
wir führ'n das schönste Leben, im Walde sind wir frei.
Tridi hejo . . .
Auf der Lüneburger Heide,
in dem wunderschönen Land,
ging ich auf und ging ich unter,
allerlei am Weg ich fand;
Vallerie, vallera und juchheirassa
und juchheirassa, bester Schatz,
bester Schatz, denn du weißt, du weißt es ja.
Und die Bracken und die bellen,
und die Büchse und die knallt.
Rote Hirsche woll'n wir jagen
in dem grünen, grünen Wald.
Vallerie, vallera . . .
Brüder, lasst die Gläser klingen,
denn der Muskatellerwein
wird vom langen Stehen sauer,
ausgetrunken muss er sein.
Vallerie, vallera . . .
Ei, du Hübsche, ei, du Feine,
ei, du Bild wie Milch und Blut.
Uns're Herzen woll'n wir tauschen,
denn du weißt es ja, wie das tut.
Vallerie, vallera . . .
Und wer sein Handwerk gut versteht, der leidet keine Not,
und wer sein Handwerk gut versteht, verdient sein täglich' Brot.
Refrain: Der Pfannenflicker, er zieht hinaus, und ruft sein flick, flick, flick, von Haus zu Haus.
Da kam er vor ein schönes Haus, eine Jungfrau schaut heraus.
Da kam er vor ein schönes Haus, eine Jungfrau schaut heraus.
Refrain: Oh Pfannenflicker, komm doch herein, es wird ja sicher was zu flicken sein.
Da gab sie ihm ein Pfännelein, das war voll lauter Ruß,
und drinnen war ein Löchelein, so groß wie eine Nuss.
Refrain: Oh Pfannenflicker nimm dich in Acht, dass du das Löchelein nicht größer machst.
Und als der Pfannenflicker fertig war, das Löchelein war geflickt,
da hat sie ihm ein Silberstück, wohl in die Hand gedrückt.
Refrain: Der Pfannenflicker, er schwenkt den Hut, und ruft ade, ade der Flick war gut.
Nach kaum ¾ Jahren schon, da fiel die Pfann' entzwei,
da schrieb sie ihm ein Briefelein, so innig und so treu.
Refrain: Oh Pfannenflicker, komm doch zurück, du hast die Pfann' bei Nacht nicht gut geflickt.
Mächtig tönt der Böller Grollen, Grenzgang heißt das Zauberwort,
Fahnen stolz im Winde rollen, sieben Jahr' geruht im Hort!
Refrain
Biedenkopf, du teure Liebe, hast den Grenzgang dir bewahrt,
über's Tal erschallen Peitschenhiebe,
säbelschwingend tanzt der Mohr mit Bart!
Führer glänzen fesch in Einheit, mit dem Federhut geschmückt,
Wald und Flur bedeuten Freiheit, wofür man den Säbel zückt.
Refrain: Biedenkopf, du teure Liebe, . . .
Früh steht man am Markt in Reihen, Reiter grüßen hoch vom Ross,
mit dem Wunsch zum Wohlgedeihen ruft der Oberst „Marsch!" zum Tross!
Refrain: Biedenkopf, du teure Liebe, . . .
Rast macht man auf Frühstücksplätzen, zischend läuft der Gerstensaft,
unter Waldesgrün sich setzen spendet neue Grenzgangskraft!
Refrain: Biedenkopf, du teure Liebe, . . .
Auch der Grenzgang muss vergehen, sieben Jahre ruht die Stadt,
bis am Waldesschmuck wir sehen, dass man wieder Grenzgang hat!
Refrain: Biedenkopf, du teure Liebe, . . .
Aus grauer Städte Mauern ziehn wir durch Wald und Feld,
wer bleibt, der mag versauern, wir fahren in die Welt.
[:Halli, hallo, wir fahren, wir fahren in die Welt.:]
Der Wald ist uns're Liebe, der Himmel unser Zelt,
ob heiter oder trübe, wir fahren in die Welt.
[:Halli, hallo . . .:]
Ein Heil dem deutschen Walde, zu dem wir uns gesellt!
Hell klingt's durch Berg und Halde: Wir fahren in die Welt!
[:Halli, hallo . . .:]
Die Sommervögel ziehen schon über Wald und Feld.
Da heißt es: Abschied nehmen, wir fahren in die Welt.
[:Halli, hallo . . .:]
Beim grünen Wald, dort wo die [:Hütte liegt:],
wo sich das Tal an hohe [:Berge schmiegt:],
[:wo Brücken führen über uns're Lahn, da fängt bei uns der Grenzgang an.:]
Die Menschen hier, die Hütter [:heißen sie:],
die sind so froh in diesem [:Jahr wie nie:],
[:denn dieses Jahr geht unser Grenzgang naus und Fahnen wehen stolz vor jedem Haus.:]
Die Burschenschaft versammelt [:sich vereint:]
und hat beim Grenzgang nur das [:Bier zum Feind:],
[:das wird vernichtet literweis sogleich und werden manchmal auch die Knie weich.:]
Seit altersher begeh'n den [:Grenzgang wir:],
und preisen Frohsinn, Spaß und [:auch das Bier:],
[:wer wollte abseits steh'n und traurig sein, zu diesem Feste laden wir Euch ein.:]
So woll'n wir jetzt in dieser [:schönen Zeit:]
zusammen steh'n in Treu und [:Einigkeit:],
[:denn Zwietracht hat uns nie etwas gebracht und nur die Treue ist's, die stark uns macht.:]
Bolle reiste jüngst zu Pfingsten, nach Pankow war sein Ziel,
da verlor er seinen Jüngsten ganz plötzlich im Gewühl.
'Ne volle halbe Stunde hat er nach ihm gespürt,
[:aber dennoch hat sich Bolle ganz köstlich amüsiert.:]
Zu Pankow gab's kein Essen, zu Pankow gab's kein Bier,
war alles aufgefressen von fremder Leute Gier.
Nicht mal 'ne Butterstulle hat man ihm reserviert,
[:aber dennoch hat sich Bolle ganz köstlich amüsiert.:]
Auf der Schönholzer Heide, da gab's 'ne Keilerei.
Und Bolle gar nicht feige war mittenmang dabei,
hat's Messer 'rausgerissen und fünfe massakriert,
[:aber dennoch hat sich Bolle ganz köstlich amüsiert.:]
Es fing schon an zu tagen, als er sein Heim erblickt,
das Hemd war ohne Kragen, das Nasenbein zerknickt,
das linke Auge fehlte, das rechte marmoriert,
[:aber dennoch hat sich Bolle ganz köstlich amüsiert.:]
Zu Hause angekommen, da ging's ihm aber schlecht,
da hat ihn seine Olle ganz mörderisch verdrescht,
'ne volle halbe Stunde hat sie auf ihm poliert,
[:aber dennoch hat sich Bolle ganz köstlich amüsiert.:]
Wer niemals einen Rausch gehabt, der ist kein braver Mann.
Das schwarzbraune Bier, das macht mir Pläsier,
das schwarzbraune Bier ist mein Stammlokal allhier.
Es geht nicht über ein Glas voll Bier, ein Bier aus alter Zeit.
Das schwarzbraune Bier, das macht mir Pläsier,
das schwarzbraune Bier ist mein Stammlokal allhier.
Und wenn mein Schatz mir untreu wird, dann hab ich andre mehr.
Das schwarzbraune Bier, das macht mir Pläsier,
das schwarzbraune Bier ist mein Stammlokal allhier.
Das Wandern ist des Müllers Lust, das Wandern!
Das muss ein schlechter Müller sein, dem niemals fiel das Wandern ein,
das Wandern, das Wandern, das Wandern, das Wandern.
Vom Wasser haben wir's gelernt, vom Wasser!
Das hat nicht Rast bei Tag und Nacht, ist stets auf Wanderschaft bedacht,
das Wasser, das Wasser, das Wasser, das Wasser.
Das sehn wir auch den Rädern ab, den Rädern!
Die gar nicht gerne stille stehn und sich mein Tag nicht müde drehn,
die Räder, die Räder, die Räder, die Räder.
Die Steine selbst, so schwer sie sind, die Steine!
Sie tanzen mit den muntern Reihn und wollen gar noch schneller sein,
die Steine, die Steine, die Steine, die Steine.
O Wandern, Wandern, meine Lust, o Wandern!
Herr Meister und Frau Meisterin, lasst mich in Frieden weiterziehn
und wandern, und wandern, und wandern, und wandern.
Der Wagner ist unser Führer im Büro und im Verein,
der Reinhold an seiner Seite, das kann nicht besser sein.
Zur Rechten sitzt der Siegfried noch, zur Linken fehlt der Hermann noch.
Refrain
Mer sei doch Biekepfer Börjer, mer sei oan rechter Schlag.
Mer feiere alle Grenzgang und freue os der Dag.
Der Grenzgang wird vorbereitet, wir üben dafür schwer
das Trinken und das Wandern, drum kommen wir heut' auch her.
Der eine stemmt die Schoppe, der and're die Füße pflegt,
doch ist darauf zu achten, dass man sich zu Haus' erst legt.
Refrain: Mer sei doch . . .
Das Wandern ist für manche Bürger wahrhaftig eine Last.
Drum suchen sie 'ne Hilfe, die sie bringt zur nächsten Rast.
Da ist ein Eselskindchen als Reittier sehr begehrt,
doch bei dem Treppensteigen hat sich's gewaltig beschwert.
Refrain: Mer sei doch . . .
Drum bleibt nichts and'res übrig, als doch zu Fuß zu geh'n
und als gewöhnlicher Bürger die Grenzsteine alle zu seh'n.
Drum lasst uns feiern den Grenzgang in diesem Sommer hier,
wir werden beim Wandern nicht murren, am Ziele winkt das Bier.
Refrain: Mer sei doch . . .
Die blauen Dragoner, die reiten mit klingendem Spiel durch das Tor.
Fanfaren sie begleiten,
[:hell zu den Hügeln empor.:]
Die wiehernden Rosse, die tanzen, die Birken, die wiegen sich lind,
die Fähnlein auf den Lanzen
[:flattern im Morgenwind.:]
Morgen, da müssen sie reiten, mein Liebster wird bei ihnen sein,
morgen in allen Weiten,
[:morgen, da bin ich allein.:]
Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten?
Sie fliehen vorbei wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschießen.
Es bleibet dabei: Die Gedanken sind frei!
Ich denke, was ich will und was mich beglücket,
doch alles in der Still', und wie es sich schicket.
Mein Wunsch und Begehren kann niemand verwehren.
Es bleibet dabei: Die Gedanken sind frei!
Und sperrt man mich ein im finsteren Kerker,
das alles sind rein vergebliche Werke.
Denn meine Gedanken zerreißen die Schranken
und Mauern entzwei: Die Gedanken sind frei!
Drum will ich auf immer den Sorgen entsagen
und will mich auch nimmer mit Grillen mehr plagen.
Man kann ja im Herzen stets lachen und scherzen
und denken dabei: Die Gedanken sind frei!
Dort, wo die grüne Fahne weht, am Hasenlauf,
bei uns der Grenzgang lustig geht, am Hasenlauf.
Dort ist die Heimat, die wir lieben,
dort sind wir Biekepfer geblieben,
dort wo die grüne Fahne weht, am Hasenlauf.
Und wenn der Grenzgang ist vorbei, am Hasenlauf,
dann denken wir noch lang dabei, am Hasenlauf.
Das schöne Fest wird nie vergessen,
beim Bier und auch beim guten Essen,
dort wo die grüne Fahne weht, am Hasenlauf.
Die Frauengesellschaft ist bereit, am Hasenlauf,
zu feiern in der schönen Zeit, am Hasenlauf.
Wir sind dabei in allen Lagen,
wir werden niemals uns beklagen,
dort wo die grüne Fahne weht, am Hasenlauf.
Dort, wo grüne Berge grüßen und sich dunkle Wälder reihn,
dort wo muntre Bächlein fließen, dort ist meine Heimat schön.
Ja, mein liebes Biedenkopf am Lahnesstrand,
du bleibst mir teuer wie mein Vaterland.
Wenn nach sieben langen Jahren wieder sich die Bürger schaun,
um den Grenzgang zu bewahren, auf der Ahnen Brauch zu baun.
Ja, mein liebes Biedenkopf am Lahnesstrand,
du bleibst mir teuer wie mein Vaterland.
Drum ist mir das Fest so teuer, ob's auch regnet oder schneit,
in dem Städtchen an der Lahn es blüht die Fröhlichkeit.
Ja, mein liebes Biedenkopf am Lahnesstrand,
du bleibst mir teuer wie mein Vaterland.
Drei Lilien, drei Lilien, die pflanzt' ich auf mein Grab,
da kam ein stolzer Reiter und brach sie ab.
Juvivallera, juvivallera, und brach sie ab.
Ach Reiter, lieber Reiter, lass doch die Lilien stehn,
die soll ja mein Feinsliebchen noch einmal sehn.
Juvivallera . . .
Wann wird dein Feinsliebchen, wann wird es hier sein?
Wenn's Morgenrot am Himmel steht, zieht's bei mir ein.
Juvivallera . . .
Und als das Morgenrot am Himmel stand,
da kam sein Feinsliebchen ins fremde Land.
Juvivallera . . .
Drüben im Hinterland, da liegt ein kleines Nest,
und alle seine Häuser sind warm und wasserfest.
Refrain
Juchheidi, juchheida, im Hinterland ist's schön,
juchheidi, juchheida, wo Berge und Täler sich drehn.
Die Menschen in dem Dörfchen, die leben froh und frei,
sie tanzen und sie singen, das ganze Jahr vorbei.
Refrain: Juchheidi . . .
Und wenn der Frühling kommt, dann blüht es überall,
dann ziehen wir hinaus zum Wald, mit frohem Lieder Schall.
Refrain: Juchheidi . . .
Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön,
denn da kann man fremde Länder und noch manches andre sehn.
Hollahi, hollaho, hollahia, hia, hia, hollaho!
Unsre Fahrt geht nach Marseille, denn dort gibt es viel zu sehn,
und wir wollen alle, alle an das Mittelmeer hingehn.
Hollahi . . .
Und wir wollen lustig fahren, lustig fahren immerzu,
bis wir unser Schiff verlassen und gehn in die ewge Ruh.
Hollahi . . .
Und des Abends auf dem Schiffe wird noch eins gesungen schnell,
und das Lied, das grölen alle, es ist der Holzmichel.
Hollahi . . .
Ein Heller und ein Batzen, die waren beide mein, ja mein,
der Heller ward zu Wasser, der Batzen ward zu Wein, ja Wein.
Heidi, heido, heida, heidi, heido, heida, heidi, heido, heida, ha, ha, ha!
Die Wirtsleut und die Mädel, die rufen beid': „O weh, o weh!"
Die Wirtsleut, wenn ich komme, die Mädel, wenn ich geh, ja geh.
Heidi . . .
Meine Strümpfe sind zerrissen, meine Stiefel sind entzwei, entzwei,
und draußen auf der Heide, da singt der Vogel frei, ja frei.
Heidi . . .
Und gäb's kein Landstraß nirgends, da säß ich still zu Haus, zu Haus.
Und gäb's kein Loch im Fasse, da tränk ich gar nicht draus, ja draus.
Heidi . . .
War das 'ne große Freude, als mich der Herrgott schuf, ja schuf!
Ein Kerl wie Samt und Seide, nur schade, dass er suff, ja suff.
Heidi . . .
Einigkeit und Recht und Freiheit
für das deutsche Vaterland!
Danach lasst uns alle streben
brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit
sind des Glückes Unterpfand;
[:blüh' im Glanze dieses Glückes,
blühe, deutsches Vaterland!:]
Refrain
Freut euch des Lebens, weil noch das Lämpchen glüht;
pflücket die Rose, eh' sie verblüht!
Man schafft so gern sich Sorg und Müh',
sucht Dornen auf und findet sie
und lässt das Veilchen unbemerkt,
das uns am Wege blüht.
Refrain: Freut euch des Lebens . . .
Wenn scheu die Schöpfung sich verhüllt
und laut der Donner ob uns brüllt,
so lacht am Abend nach dem Sturm
die Sonne, ach so schön.
Refrain: Freut euch des Lebens . . .
Wer Neid und Missgunst sorgsam flieht
und Genügsamkeit im Gärtchen zieht,
dem schießt sie bald zum Bäumchen auf,
das goldne Früchte trägt.
Refrain: Freut euch des Lebens . . .
Gold und Silber lieb ich sehr, kann's auch gut gebrauchen,
hätt' ich nur ein ganzes Meer, mich hinein zu tauchen.
Kling, klang, Gloria! Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang,
der bleibt ein Narr sein Leben lang.
Was mir noch viel besser gefällt, ist ein frischer Humpen,
sitz ich hier an seinem Quell, kann ich fröhlich schlumpen.
Kling, klang, Gloria! . . .
Noch was mir gefallen tut, sind die hübschen Frauen;
wenn sie mir Gesichter schneiden, freut mich's anzuschauen.
Kling, klang, Gloria! . . .
Hab' mein Wage vollgelade,
voll mit alten Weibsen.
Wage krach' und Deichsel brach',
blieben alle sitzen. Hü!
Refrain
Holterdipolter, die Weiber sein stolzer
als wie die Pferd' und die Wagen.
Hab' mein Wage vollgelade,
voll mit Hollerbüschen.
Kann mein Schatz kein Hollertee,
krieg ich kalte Füße. Hü!
Refrain: Holterdipolter . . .
Hab' mein Wage vollgelade,
voll mit Nuss und Mandeln.
Wer da will zufrieden sein,
muss auch richtig handeln. Hü!
Refrain: Holterdipolter . . .
Hoch auf dem gelben Wagen sitz ich beim Schwager vorn.
Vorwärts die Rosse traben, lustig schmettert das Horn.
Felder und Wiesen und Auen, leuchtendes Ährengold.
[:Möcht ja so gerne noch schauen, aber der Wagen, der rollt.:]
Postillion in der Schenke füttert die Rosse im Flug.
Schäumendes Gerstengetränke reicht uns der Wirt im Krug.
Hinter den Fensterscheiben lacht ein Gesicht so hold.
[:Möchte so gerne noch bleiben, aber der Wagen, der rollt.:]
Sitzt einmal ein Gerippe dort bei dem Schwager vorn,
schwingt statt der Peitsche die Hippe, Stundenglas statt dem Horn.
Sag ich: Ade nun ihr Lieben, die ihr nicht mitfahren wollt.
[:Ich wäre so gerne noch geblieben, aber der Wagen, der rollt.:]
Holder Frühling, komm doch wieder, lieblicher Frühling,
komm doch bald, bring uns Blumen, Laub und Lieder,
schmücke wieder unsern Wald!
Auf der Flur und auf den Bäumen liegt dein Segen ausgegoss'n,
und von allen Wipfeln träumet Vogelsang so mild und groß.
Wiesen steh'n in buntem Kleide, Blumen blüh'n zu jeder Zeit,
und das Herz ist voller Freude, glücklich ist die Frühlingszeit.
Horch, was kommt von draußen rein? Hollahi, hollaho!
Wird wohl mein Feinsliebchen sein, hollahiaho.
Geht vorbei und schaut nicht rein, hollahi, hollaho,
wird's wohl nicht gewesen sein, hollahiaho.
Leute haben's oft gesagt, hollahi, hollaho,
dass ich ein Feinsliebchen hab', hollahiaho.
Lass sie reden, schweig fein still, hollahi, hollaho,
kann ja lieben, wen ich will, hollahiaho.
Wenn mein Liebchen Hochzeit hat, hollahi, hollaho,
ist für mich ein Trauertag, hollahiaho.
Geh' ich in mein Kämmerlein, hollahi, hollaho,
trag' den Schmerz allein, hollahiaho.
Wenn ich dann gestorben bin, hollahi, hollaho,
trägt man mich zum Grabe hin, hollahiaho.
Setzt mir einen Leichenstein, hollahi, hollaho,
pflanzet drauf Vergissmeinnicht, hollahiaho.
Ich bin ein freier Wildbretschütz und hab' ein frohes Blut,
und wenn ich einen Hirschlein schieß, dann ist mir's Herz so gut.
Trallala, trallala, trallalalala!
Ich streif so gern durch Feld und Wald und schau' mir alles an,
die Vögel singen tausendfalt, so gut sie's können.
Trallala . . .
Und wenn die Sonn' am Himmel steht und alles freut sich drauß,
dann wird mein Herz so weit und groß, ich möcht' nicht mehr nach Haus.
Trallala . . .
Ich kenne eine kleine Stadt im Hessenland,
sie ist nicht allen Leuten längst bekannt.
Doch jedes siebte Jahr, da geht's ihr aber gut,
wenn sich zum Grenzgang alles regt.
Refrain
Biedenkopf, du Perle an der Lahn,
du bist so wunderschön anzuschaun.
Du bist bekannt so nah und fern,
und wir alle haben dich so gern!
Nach sieben Jahren ist der Grenzgang wieder da,
und dann ist Biedenkopf dem Himmel nah.
Bei Sang und frohem Mut, da ziehn wir durch den Wald,
und alles ist von Freude hell erfüllt.
Refrain: Biedenkopf, du Perle . . .
Und wer einmal beim Grenzgang war, der kommt zurück,
weil er erlebte dieses schöne Glück.
Drum laden wir euch ein: Kommt her nach Biedenkopf!
Wir freuen uns auf jeden Gast bei uns.
Refrain: Biedenkopf, du Perle . . .
Ihr Burschen alle Mann für Mann, heut' geht der Grenzgang wieder an!
Die sieben Jahr' sind nun vorbei, heut' machen wir uns wieder frei.
Refrain
Stimmt an das Lied vom Grenzgang hier,
lasst es erschallen hoch und frei!
Für Biedenkopf – da sind wir da,
hoch lebe unser Heimatland! Hurra!
Beim Klang der Musik zieh'n wir los, der Menschenstrom, der ist schon groß.
Es wandert alles froh durch Wald, die Fahnen flattern bunt und bald.
Refrain: Stimmt an das Lied . . .
Wo uns die Grenzsteine erwarten, da feiern wir auf unserm Warten.
Und ist der Grenzgang einmal aus, dann tragen wir die Freud nach Haus.
Refrain: Stimmt an das Lied . . .
Im Frühjahr ist's auf dem Schlossberg so schön,
wenn Biedenkopfs Bürger zum Grenzgang dort geh'n.
Vom Schlosse die Böller, die knallen so laut,
und jeder, der ist auf den Grenzgang erbaut.
Wir zieh'n mit Musik durch die Gassen der Stadt,
die manches Jahrhundert erlebet schon hat.
Es klingt durch die Lüfte, der Jubelschrei hallt:
Wir wandern zum Grenzgang hinaus in den Wald!
Die Fahnen, sie wehen im Morgenwind frisch,
das Bier und die Würstchen steh'n schon auf dem Tisch.
Und wenn dann am Abend der Grenzgang ist aus,
dann kehren wir alle recht fröhlich nach Haus.
Im Frühtau zu Berge wir zieh'n, fallera,
es grünen alle Wälder, alle Höh'n, fallera.
Wir wandern ohne Sorgen, singend in den Morgen,
noch ehe im Tale die Hähne kräh'n!
Ihr alten und ihr jungen Leut', fallera,
verlasset die Betten, es kommt die Zeit, fallera!
Wohl dem der das Wandern liebt, der stets ein frohes Herze gibt,
noch ehe im Tale die Hähne kräh'n!
Ihr Langschläfer, schlafet nur fort, fallera,
wir fahren hinaus an den herrlichen Ort, fallera!
Wir singen unser Morgenlied, derweil ihr noch im Bette liegt,
noch ehe im Tale die Hähne kräh'n!
Im grünen Wald, dort wo die Drossel singt,
und in dem Tal das Lied der Amsel klingt.
Bei meinem Schatz, da fühl ich mich so wohl,
und wenn ich scheid', ist mir das Herz so voll.
Im grünen Wald, im grünen Wald,
dort wo die Quellen fließen,
dort wo das Hirschlein grast,
dort wo die Vöglein singen,
dort ist mein liebster Rast.
Im Krug zum grünen Kranze, da kehrt' ich durstig ein,
da saß ein Wandrer drinnen am Tisch bei kühlem Wein.
Ich tat mich zu ihm setzen, man bracht uns Brot und Wein,
die Gläser taten klingen, wir konnten uns verstehn.
Er sah mich freundlich an: „Grüß Gott, du junger Mann!
Das Glas voll roten Weines, das bring ich gern dir an."
So tranken wir zusammen, wir tranken manches Glas,
und sprachen viel und lange von diesem und von das.
Im schönsten Wiesengrunde ist meiner Heimat Haus;
da zog ich manche Stunde ins Tal hinaus.
[:Dich mein stilles Tal,
grüß' ich tausendmal!:]
Muß aus dem Tal jetzt scheiden, wo alles Lust und Klang;
das ist mein herbstes Leiden, mein letzter Gang.
[:Dich mein stilles Tal . . .:]
Sterb' ich, in Tales Grunde will ich begraben sein;
singt mir zur letzten Stunde beim Abendschein:
[:Dich mein stilles Tal . . .:]
Im Wald, im grünen Walde, da steht ein Försterhaus;
da schaut ein schwarzbraun Mägdelein zum Fenster heraus.
Ich hab' es angetroffen wohl an dem Jägersmann,
dass er mich sollte führen den waldigen Weg hinan.
Im Wald, im grünen Walde, da fließt ein kühler Quell;
da schaut ein schwarzbraun Mägdelein in den Spiegel so hell.
Sie spiegelt ihren Leib und spiegelt auch ihr Herz,
und spiegelt auch die Liebe und spiegelt auch den Schmerz.
Im Wald und auf der Heide, da such' ich meine Freude;
ich bin ein Jägersmann, ich bin ein Jägersmann.
Die Forsten treu zu hegen, das Wild mit Sorg zu pflegen,
sei meine Lust, sei meine Lust,
hab's stets so treu getan, hab's stets so treu getan.
Halli, hallo, halli, hallo, hab's stets so treu getan!
Trag ich in meiner Tasche ein Trünklein in der Flasche,
ein Stücklein Brot dabei, ein Stücklein Brot dabei.
So acht' ich nicht des Lebens, ich brauch ja des Strebens,
im Walde frisch und frei, im Walde frisch und frei.
Halli, hallo, halli, hallo, im Walde frisch und frei!
In des Waldes finstern Gründen und in den Bergen weit,
da geht der Jäger jagen gar in der Morgenzeit.
Halli, hallo, halli, hallo, gar in der Morgenzeit.
Er schießt das Wild und Rehlein, er schießet auf der Flucht,
kein Vöglein ist geborgen in Wald und grüner Schlucht.
Halli, hallo, halli, hallo, in Wald und grüner Schlucht.
Und wenn die Sonn gesunken am Berge still hinab,
dann kehrt der Jäger wieder zu seinem Haus herab.
Halli, hallo, halli, hallo, zu seinem Haus herab.
In einem kühlen Grunde, da geht ein Mühlenrad;
mein' Liebste ist verschwunden, die dort gewohnet hat.
Sie hat mir Treu versprochen, gab mir ein'n Ring dabei;
sie hat die Treu gebrochen, mein Ringlein sprang entzwei.
Ich möcht als Spielmann reisen weit in die Welt hinaus
und singen meine Weisen und gehn von Haus zu Haus.
Ich möcht als Reiter fliegen wohl in die blut'ge Schlacht,
um stille Feuer liegen im Feld bei dunkler Nacht.
Hör ich das Mühlrad gehen: Ich weiß nicht, was ich will –
ich möcht am liebsten sterben, da wär's auf einmal still!
In einem Polenstädtchen, da wohnte einst ein Mädchen,
das war so schön, das war so schön,
sie war die Allerschönste wohl aus der ganzen Stadt.
Soldaten kammarschieren, die wollten sie verführen,
sie sperrten sie, sie sperrten sie,
sie sperrten sie ins Zimmer auf's weiße Himmelbett.
Da kam ihr Vater eilig mit einer Leiter steilig,
um's Töchterlein, um's Töchterlein,
um's Töchterlein zu retten vom weißen Himmelbett.
In Junkers Kneipe saßen wir beim Wein,
und taten so, als ob wir Studenten sein.
Studentenbräuche pflegen wir hier,
und trinken fleißig Wein und Bier.
Refrain
O alte Burschenherrlichkeit, o alte Burschenherrlichkeit,
wohin bist du entschwunden?
Wir trinken auf die alten Zeiten hier,
und leben hoch das deutsche Bier!
Die Gläser klingen hell im Rund,
bei uns ist jeder fröhlich und gesund.
Refrain: O alte Burschenherrlichkeit . . .
Jenseits des Tales standen ihre Zelte,
auf grüner Heid' ein lust'ger Lagertag.
Da spann sich manche Liebesgeschichte,
die lang noch in der Erinnerung lag.
Wir lagerten uns auf grüner Wiese,
der Mond schien hell, die Sterne funkelten.
Und manch ein Lied erklang in der Runde,
die Stimmen froh zusammenklunkelten.
Jetzt kommen die lustigen Tage,
Schätzel, ade!
Und daß ich es dir gleich sage,
es tut mir nicht weh.
Refrain
Holdrio, holdria, holdrio, holdiahiaha,
holdrio, holdria, holdriaho!
Im Sommer, da blühn die Rosen,
Schätzel, ade!
Im Winter, da schneit's vom Himmel,
der Weg ist mir zu weit.
Refrain: Holdrio...
Und sperrt man mich ein ins Kämmerl,
Schätzel, ade!
So spring ich hinaus zum Fenster
und folge dir in'n Wald.
Refrain: Holdrio...
Keinen Tropfen im Becher mehr
und der Beutel schlaff und leer,
lechzend Herz und Zunge!
Glück und Glas, wie bricht das leicht!
Wer hat Ähnliches erreicht,
als ich, da ich noch jung war, junge!
Wenig Kleider, aber stolz,
trug ich, wie der König Holz,
wenig, aber gute.
Auf dem Kopf den Biberhut,
in dem Kopf studierfroh Mut,
in dem Herzen Jugendglut –
Lustig war dem Burschen zumute!
Kein schöner Land in dieser Zeit,
als hier das unsre weit und breit,
wo wir uns finden
wohl unter Linden
zur Abendzeit.
Da haben wir so manche Stund'
gesessen da in froher Rund'
und taten singen,
die Lieder klingen
im Eichengrund.
Dass wir uns hier in diesem Tal
noch treffen so viel hundertmal,
Gott mag es schenken,
Gott mag es lenken,
er hat die Gnad'.
Nun, Brüder, eine gute Nacht,
der Herr im hohen Himmel wacht!
In seiner Güten
uns zu behüten
ist er bedacht.
Kennst du die Perle der Lahn,
das Städtchen im grünen Tal?
Dort wo die Berge sich neigen
und Wälder grüßen zumal.
Refrain
Biedenkopf, Biedenkopf, du mein Heimatort,
bleibst für mich der schönste Ort,
hier und auch anderswo.
Die Lahn, sie schlängelt so munter
durchs Tal mit silbernem Band,
und grüßt die Burg auf dem Berge,
das Wahrzeichen von unserem Land.
Refrain: Biedenkopf, Biedenkopf...
Lustig ist das Zigeunerleben,
faria, faria, ho.
Brauchen dem Kaiser kein Zins zu geben,
faria, faria, ho.
Lustig ist es im grünen Wald,
wo des Zigeuners Aufenthalt.
Faria, faria, faria, faria,
faria, faria, ho.
Sollt uns einmal der Hunger plagen,
faria, faria, ho.
Tun wir uns ein Hirschlein jagen,
faria, faria, ho.
Hirschlein nimm dich wohl in acht,
wenn des Jägers Büchse kracht.
Faria, faria, faria, faria,
faria, faria, ho.
Sollt uns einmal der Durst sehr quälen,
faria, faria, ho.
Gehn wir hin zu Wasserquellen,
faria, faria, ho.
Trinken das Wasser wie Moselwein,
meinen es könnt nicht besser sein.
Faria, faria, faria, faria,
faria, faria, ho.
Mein Vater war ein Wandersmann,
und mir steckt's auch im Blut;
drum wandr' ich flott, so lang ich kann,
und schwenke meinen Hut.
Refrain
Valeri, valera, valeri, valera,
und schwenke meinen Hut.
Das Wandern schafft stets neue Lust,
erhält das Herz gesund;
frei atmet die befreite Brust,
froh singet stets der Mund.
Refrain: Valeri, valera...
Warum singt in dem Wald der Fink?
Ihm ward das Singen Pflicht.
Und wem's nicht in der Kehle klingt,
der ist kein Wandersmann nicht.
Refrain: Valeri, valera...
Nun ade, du mein lieb' Heimatland,
lieb' Heimatland, ade!
Es geht jetzt fort zum fernen Strand,
lieb' Heimatland, ade!
Und so sing ich denn mit frohem Mut,
wie man singet, wenn man wandern tut,
lieb' Heimatland, ade!
Wie du lachst mit deines Himmels Blau,
lieb' Heimatland, ade!
Wie du grüßest mich mit Feld und Au',
lieb' Heimatland, ade!
Gott weiß, zu dir steht stets mein Sinn,
doch jetzt zur Ferne zieht's mich hin,
lieb' Heimatland, ade!
Begleitest mich, du lieber Fluss,
lieb' Heimatland, ade!
Bist traurig, dass ich wandern muss,
lieb' Heimatland, ade!
Vom moos'gen Stein am wald'gen Tal,
da grüß ich dich zum letztenmal,
lieb' Heimatland, ade!
O alte Burschenherrlichkeit,
wohin bist du entschwunden?
Nie kehrst du wieder, gold'ne Zeit,
so froh und ungebunden!
Refrain
O jerum, jerum, jerum,
o quae mutatio rerum!
Den Burschenhut bedeckt der Staub,
es sank der Flaus in Trümmer;
der Schläger ward des Rostes Raub,
erblichen ist sein Schimmer!
Refrain: O jerum...
Wo sind sie, die vom breiten Stein
nicht wankten und nicht wichen,
die ohne Moos bei Bier und Wein
den Vandalen verglichen?
Refrain: O jerum...
Heute wollen wir marschier'n,
einen neuen Marsch probier'n,
in den schönen Westerwald,
ja, da pfeift der Wind so kalt.
Refrain
O, du schöner Westerwald,
über deine Höhen pfeift der Wind so kalt.
Jedoch der kleinste Sonnenschein
dringt tief ins Herz hinein.
Und die Gretel und der Hans
geh'n des Sonntags gern zum Tanz,
weil das Tanzen Freude macht
und das Herz im Leibe lacht.
Refrain: O, du schöner Westerwald...
Ist das Tanzen dann vorbei,
gibt es manche Schwärmerei,
manches Mädel hat das Glück:
bringt der Bursche es zurück.
Refrain: O, du schöner Westerwald...
Schwarzbraun ist die Haselnuss,
schwarzbraun bin auch ich, ja bin auch ich,
schwarzbraun soll mein Mädel sein,
gerade so wie ich.
Refrain
Jiaja, jiaja, ja!
Schwarzbraun soll mein Mädel sein,
gerade so wie ich.
Schätzchen willst du freien,
so frei mich nicht zu alt, nicht zu alt.
Denn die alten Liesen
die frieren so bald.
Refrain: Jiaja...
Schätzchen willst du freien,
so frei mich nicht zu jung, nicht zu jung,
denn die jungen Mädel
haben falschen Zung'.
Refrain: Jiaja...
Tief im Hinterland, weit von hier,
liegt mein Heimatland, das ist mir so lieb.
Berge hoch und Täler weit,
das ist meine Herrlichkeit.
Grüne Wälder rings herum,
Bächlein plätschern, rauschen um,
und die Vöglein singen hell,
fließt vorbei ein klarer Quell.
Kehre wieder ich zurück
in das Land, dort ist mein Glück!
Heimatland, du bist so schön,
niemals kann ich von dir gehn.
Von den Bergen fließt ein Wasser,
das ist kühl und das ist klar.
Und die Mühle, die steht unten,
die ist schon gestanden hundert Jahr.
Und der Müller schaut zum Fenster
mit seinem schwarzbraunen Haar.
Er ruft hinaus: „Wer will mahlen?"
Aber niemand ist da, niemand ist da.
Und das Mühlrad, das steht stille,
und das Wasser fließt vorbei.
Und der Müller sitzt beim Weine
und denkt an die alte Zeit dabei.
Waldeslust, Waldeslust,
o wie einsam schlägt die Brust!
Bange Träume füllen oft mein Herze,
wilde Sehnsucht brennt wie Kerze,
Waldeslust, Waldeslust,
o wie einsam schlägt die Brust!
Vöglein fliegt, Vöglein fliegt,
in den Zweigen sich es wiegt.
Nicht so bange, liebes Vögelein,
bald wird ja der Frühling sein!
Vöglein fliegt, Vöglein fliegt,
in den Zweigen sich es wiegt.
Hirschlein springt, Hirschlein springt,
durch das Dickicht, frei und flink.
Überall ist Gottes schöne Welt,
drüber sich der Himmel wölbt!
Hirschlein springt, Hirschlein springt,
durch das Dickicht, frei und flink.
Wenn alle Brünnlein fließen,
so muss man trinken,
wenn ich mein Schatz nicht rufen darf,
tu ich ihm winken.
Refrain
Ja winken mit den Äugelein
und treten auf den Fuß,
's ist eine in der Stube drin,
die meine werden muss.
Warum sollt sie's nicht werden?
Ich seh' sie doch so gern,
sie hat zwei blaue Äugelein,
die leuchten wie zwei Stern'.
Refrain: Ja winken...
Sie hat zwei rote Wängelein,
sind röter als der Wein;
ein solches Mädchen find't man nicht
wohl unterm Sonnenschein.
Refrain: Ja winken...
Wenn die bunten Fahnen wehen,
geht die Fahrt wohl übers Meer,
in der Ferne zu bestehen,
fällt dem treuen Herzen schwer.
Refrain
Lebet wohl, lebet wohl,
auf Wiedersehn!
Lebet wohl, lebet wohl,
auf Wiedersehn!
Treue Liebe wird bestehen
alle Zeit und überall;
mag das Schicksal auch verwehen
wie der Wind das Laub im Fall.
Refrain: Lebet wohl...
Wenn wir erklimmen schwindelnde Höhen,
steigen dem Gipfelkreuz zu,
können wir die Heimat dort unten sehen,
grüßen das Land in der Ruh'.
Refrain
Holla-di-ri-di-a, holla-di-ri-di-a,
holla-di-ri-di-a, holla-di-ro!
Abendrot leuchtet uns freundlich entgegen,
kündet die Nachtruhe an;
legen uns nieder auf steinige Wegen,
schlafen so gut, wie man kann.
Refrain: Holla-di-ri-di-a...
Wenn dann am Morgen die Sonne erwachet,
ziehen wir fröhlich hinaus;
jeder sein Bündel zusammengemachet,
auf und nach Hause, nach Haus!
Refrain: Holla-di-ri-di-a...
Wer recht in Freuden wandern will,
der geh' der Sonn' entgegen;
da ist der Wald so kirchenstill,
kein Lüftchen mag sich regen.
Noch sind nicht die Lerchen wach,
nur im hohen Gras der Bach
singt leise den Morgensegen.
Die ganze Welt ist wie ein Buch,
darin uns aufgeschrieben
in bunten Zeilen manch ein Spruch,
wie Gott uns treu geblieben.
Wald und Blumen, nah und fern
und der helle Morgenstern
sind Zeugen von seinem Lieben.
Eines Abends in der Dämmerstund' sah ich zwei Segelflieger stehn.
Eines Abends in der Dämmerstund' sah ich zwei Segelflieger stehn.
Ja, und sie sangen so schön, dass ein Madel blieb stehn.
Ja, und sie sangen so schön, dass ein Madel blieb stehn. (hey)
[:Flieger du alleine, du allein, sollst meine Freude sein. (für heute Abend)!
Flieger du alleine, du allein, sollst meine Freude sein.:]
Und sie nahm ihn mit in ihr Kämmerlein, worin kein einz'ges Fenster war. (ja nur ein Bett)
Und sie nahm ihn mit in ihr Kämmerlein, worin kein einz'ges Fenster war. (ja nur ein Bett)
Und was damals geschah, das ward Keinermann gewahr.
Ja, und was damals geschah, das ward Keinermann gewahr. (hey)
Flieger du alleine, . . .
Und als ein dreiviertel Jahr um war, da war ein kleiner Flieger da. (ja ohne Kopf)
Und als ein dreiviertel Jahr um war, da war ein kleiner Flieger da. (ja ohne Kopf)
Und was damals geschah, das ward Jedermann gewahr.
Ja, und was damals geschah, das ward Jedermann gewahr. (hey)
Flieger du alleine, . . .
Soviel Laub wie auf den Bäumen, soviel mal hab'ich mein Lieb geküsst.
Soviel Laub wie auf den Bäumen, soviel mal hab'ich mein Lieb geküsst.
Und im Teutoburger Wald, ja da hab'ich sie geknallt.
Und im Teutoburger Wald, ja da hab'ich sie geknallt.
Flieger du alleine, . . .
Wer sitzt in der Kneipe beim kühlen Wein,
das müssen die Grenzgänger sein, ja sein,
das müssen die Grenzgänger sein!
Wer wandert durch Wälder und über die Höh'n,
das müssen die Grenzgänger sein, so schön,
das müssen die Grenzgänger sein!
Wer singt und wer lacht und wer feiert gern,
das müssen die Grenzgänger sein, von fern,
das müssen die Grenzgänger sein!
Und kehren wir heim nach dem Grenzgangsmarsch,
dann singen wir noch einmal frisch und barsch:
Wir sind die Grenzgänger, juchhe!
Wir lagen vor Madagaskar
und hatten die Pest an Bord,
in den Kesseln, da faulte das Wasser,
und täglich ging einer über Bord.
Refrain
Ahoi, Kameraden! Ahoi, ahoi!
Leb wohl, kleines Mädel, leb wohl, leb wohl!
Und weine nicht so sehr,
und wenn das Schiff nicht wiederkommt,
dann kehr ich nimmermehr.
Der Kapitän stand an der Reling
und schaute betrübt aufs Meer,
er dachte an die liebe Heimat
und an sein Mädel, noch viel mehr.
Refrain: Ahoi, Kameraden...
Wütend wälzt sich einst im Bette
Kurfürst Friedrich von der Pfalz:
„Wenn ich doch ein Brünnlein hätte,
mir ist herb und trocken der Hals."
Und er ruft den Kammerdiener:
„Heda, Joseph, bring mir Wein!
Dieser Durst kann nicht gemeiner,
dieser Durst muss gelöschet sein!"
Joseph bringt ein volles Gläschen,
guter Wein aus kühlem Fass;
Friedrich trinkt das volle Fläschchen,
und sein Durst wird dabei nicht nass.
„Noch ein Glas!" ruft da der Kurfürst,
„Joseph, schenk mir fleißig ein!
Heute Nacht, da bin ich durstig,
gib mir noch ein Gläschen Wein!"
Ade zur guten Nacht, jetzt ist der Schluss gemacht, dass ich muss scheiden.
[:Im Sommer wächst der Klee, im Winter schneit's den Schnee, da komm ich wieder.:]
Es trauern Berg und Tal, wo ich viel tausendmal bin drübergangen.
[:Das hat deine Schönheit gemacht, die mich zum Lieben gebracht mit großem Verlangen.:]
Das Brünnlein rinnt und rauscht wohl dort am Holderstrauch, wo wir gesessen.
[:Wie manchen Glockenschlag, da Herz bei Herzen lag, das hast du vergessen.:]
Die Mädchen in der Welt sind falscher als das Geld mit ihrem Lieben.
[:Ade zur guten Nacht, jetzt ist der Schluss gemacht, dass ich muss scheiden.:]